Informationen

Quarantänebestimmungen

Quarantänestation

- Aufenthaltsdauer für alle neu aufzunehmenden Tiere mit unbekanntem Gesundheitsstatus mindestens 14 Tage (falls sich Krankheitsanzeichen einstellen Verbringen in die Krankenstation / Praxis o. Klinik)

- Von anderen Gebäuden getrennt
> getrennter Luftraum
> getrennte Versorgungseinrichtungen einschl. Bekleidung und verwendetem Gerät

- Desinfektionsmöglichkeiten für Hände und Schuhwerk an Ein- / Ausgängen

- Einzelhaltung (resp. Welpengruppe oder Gruppe von gemeinsam verbrachten Tieren) ohne Berührungsmöglichkeiten zu den sonstigen Tieren im Quarantänebereich
> Anforderungen an die Einzelhaltung während der Quarantäne genauso hoch wie bei Dauerhaltung (s. dort)
> zusätzlich Außenausläufe durch Mauern oder austauschbare Trennwände (z. B. Plexiglasscheiben) getrennt
> jede Haltungseinheit mit separatem Abfluss
> Katzen einzeln in Käfigen resp. Boxen (Auslauf nur wenn vollständig von anderen Tieren zu trennen)

- separate Lagermöglichkeit für verwendetes Gerät

- Untersuchungsraum für Eingangsuntersuchung - nicht nötig bei vorhandener Krankenstation


Eine 14-tägige Aufenthaltsdauer in der Quarantäne deckt die Inkubationszeit für die wichtigsten Infektionskrankheiten ab. Da gerade bei Fundtieren und beschlagnahmten Tieren der Gesundheitszustand in der Regel nicht bekannt ist und Krankheiten wie Staupe und Parvovirose in der Hundepopulation zunehmen, ist eine Quarantäne unumgänglich und als Maßgabe des § 2 TierSchG zwingend zu fordern, um die schon vorhandenen Tiere im Bestand vor einer Erkrankung zu schützen.


Bei neu konzipierten Tierheimen kann man von einem Platzbedarf von einem Drittel der Tierplätze in der Quarantäne ausgehen.

Falls in bestehenden Anlagen keine eigenen Gebäude für eine Quarantäne geschaffen werden können, so ist dieses Defizit durch Managementmaßnahmen zu minimieren. Dabei kann beispielsweise eine Zwingerreihe oder –gruppe durch Spritzschutzeinrichtungen von den übrigen Bereichen getrennt werden und ein strenges Hygieneregime eingeführt werden, das mindestens separate Gerätschaften, Schutzkleidung und Desinfekti-onswannen an den Grenzen des Quarantänebereiches beinhaltet.

Idealerweise haben die Tiere in diesen Bereichen Sicht- aber keinen Berührungskontakt.

Aus der Quarantäne können die neuen Tiere dann auch schrittweise in bestehende Gruppen vergesellschaftet werden.

Falls keine Einzelhaltung möglich ist, dann kann die „Quarantänezeit“ für die ganze Gruppe erst beendet wer-den, wenn die Voraussetzungen für das zuletzt zugestellte Tier erfüllt sind.

Defizite im sozialen Gefüge müssen durch erhöhten Pflegeaufwand ausgeglichen werden.

Gerade bei Hunden, die auf den Menschen sozialisiert sind, ist eine kurzzeitige Einzelhaltung im Tierheim mit erhöhtem Betreuungsaufwand nicht als tierschutzrelevant einzustufen.


Betretungsrecht

Die Quarantänestation darf nur von dem zuständigen Personal, der Tierheimleitung, dem behandelnden Tierarzt sowie Mitarbeitern des Veterinäramtes betreten werden.   


Betretungsrechte sind schriftlich zu dokumentieren.

Tierseuchenrechtliche Unterbringung und medizinische Versorgung

Krankenstation

- Die Station muss leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein.

- Die in der Krankenstation verwendeten Materialien dürfen in anderen Bereichen nicht eingesetzt werden.

- Vor einer Neubelegung ist die Station gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.


Betretungsrecht

Die Krankenstation darf nur von zuständigem Personal, dem behandelnden Tierarzt, der Tierheimleitung sowie von bestimmten Mitarbeitern betreten werden.

 

Betretungsrechte sind schriftlich zu dokumentieren.